Inselstaat, drittgrößte Insel der Großen Antillen, einer Gruppe der Westindischen Inseln, im Karibischen Meer südlich von Kuba. Jamaika hat im ostwestlicher Richtung eine Länge von etwa 235 Kilometern, die breiteste Stelle mißt etwa 80 Kilometer. Die Gesamtfläche des Landes beträgt 10991 Quadratkilometer. Kingston ist Hauptstadt und größte Stadt von Jamaika.
 
 
 
 
Klima
Tropische Klimabedingungen herrschen im Küstentiefland Jamaikas vor. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt in dieser Region bei 26,7 ° C , wobei nordöstlich Passatwinde das extreme Klima häufig mildern. Die durchschnittliche Jahrestemperatur der Hochebene (900 Meter) beträgt etwa 22,2 ° C, in den Bergregionen liegen die Werte entsprechend darunter. Die jährliche Niederschlagsmenge ist regional sehr unterschiedlich. Über 5080 Millimeter Regen fallen jedes Jahr in den Bergen im Nordosten, in der Umgebung von Kingston liegt der jährliche Mittelwert bei 813 Millimeter. Die größte Niederschlagsmenge geht in den Monaten Mai, Juni, Oktober und November nieder. Im Spätsommer und Frühherbst ziehen Wirbelstürme über die Insel  hinweg.
 
 
 
 
Flora und Fauna
Eine üppige und vielfältige Vegetation kennzeichnet Jamaikas Pflanzenwelt. Zu den einheimischen Bäumen gehören Zeder, Mahoe, Mahagoni, Blauholz, Rosenholz, Ebenholz, Fächerpalme, Kokospalme und Pimentbaum. Brotfruchtbaum und Bananengewächse gedeihen ebenfalls auf der Insel und werden in Plantagen angebaut.
Zur Tierwelt Jamaikas gehört, wie auf allen Westindischen Inseln, ein überaus vielfältiges Spektrum an Vogelarten. Papageien, Kolibris und grüne Todis sind besonders zahlreich vertreten.
 
 
 
 
Bevölkerung
Jamaikas Bevölkerung ist in erster Linie afrikanischer Herkunft. Sie stammt von den Sklaven ab, die ab dem 17. Jahrhundert auf die Insel gebracht wurden. Ca. 18 % der Bewohner sind Mulatten. Die Inder, Europäer und Chinesen bilden Minderheiten. Etwa die Hälfte der Befölkerung lebt in ländlichen Gegenden. Jamaika hat etwa 2 450 000 Einwohner (1992), die Befölkerungsdichte beträgt 223 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Lebenserwatung liegt bei 70,4 Jahren für Männer und 74,8  Jahren für Frauen  (1985 - 1990 Schätzung der Vereinten Nationen). Das früher hohe jährliche Befölkerungswachstum ging Ende der 80ger Jahre  auf 1,1 % zurück. 
Jamaika ist in 14 Bezirke (parishes) unterteilt. 12 Bezirke werden von Bezirksräten (councils), 2 von gewählten Kommissionen verwaltet.
Im Jahre 1991 hatte Kingston 588 000 Einwohner. Weitere bedeutende Orte sind Montego Bay (83 000) und Spanish Town ( 92 400).
 
 
 
Sprache und Religion
Englisch ist die offizielle Landessprache, allerdings sprechen viele Jamaikaner einen englischen Dialekt, der afrikanische, spanische und französische Elemente enthält. Unter der christlichen Mehrheit finden sich die Gemeinden der Church of God, der Baptisten, der Adventisten vom Siebenten Tag, der Pfingstgemeinde (Pentecostals) sowie der anglikanischen und der römisch-katholischen Kirche. Daneben gibt es Juden, Muslime und Hindus. Sekten, wie die Pocomania und die Rastafari, bilden einen bedeutsamen Teil des religiösen Lebens der Insel.
 
 
 
Bildung
Ende der achtziger Jahre besuchten nahezu alle Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren die Grundschule; fast zwei Drittel aller Zwölf- bis Achtzehnjährigen gingen auf Schulen der Sekundarstufe.An der University of the West Indies (1948) in Kingston sind auch viele Studenten der Nachbarinseln eingeschrieben. Sie hat über 5000 Studenten und verfügt über eine Bibliothek mit mehr als 450 000 Bänden. Jamaika besitzt Berufschulen, technische Schulen, pädagogische Hochschulen und ein technisches College.  
 
 
 

Kultur
Britische und afrikanische Einflüsse spiegeln sich in der Kultur des Landes wieder. Der Reggae wurde durch Bob Marley und andere Musiker populär. Diese Musikrichtung beeinflußt bis heute die internationale Pop- und Rock-’n’-Roll-Musik.
 
 
 
 
Tourismus
Jamaika ist eines der beliebtesten Urlaubsziele in der Karibik. Der Tourismus bringt einen großen Teil der Devisen ins Land. Über 1,5 Millionen Touristen besuchen jährlich die Insel und bringen der einheimischen Wirtschaft über 600 Millionen US-Dollar ein.
 
 
 
Geschichte
Mitglieder des Stammes der waren die Ureinwohner von Jamaika (das aruakische Wort Chaymaka bedeutet „Insel der Quellen". Christoph Kolumbus entdeckte die Insel 1494 während seiner zweiten Reise. 1509 wurde sie spanische Kolonie. Saint Iago de la Vega, das heutige Spanish Town, wurde 1523 gegründet. Die Stadt war die erste Siedlung und 350 Jahre Hauptstadt des Landes. Die indianische Urbevölkerung starb infolge eingeschleppter Krankheiten und der harten Arbeitsbedingungen aus. Eine englische Flotte unter der Führung von Sir William Penn eroberte Jamaika 1655. Offiziell wurde die Insel 1670, in den Bestimmungen des Vertrags von Madrid, England zugesprochen. Ende des 17. Jahrhunderts kam eine wachsende Zahl englischer Einwanderer auf die Insel. Die Plantagenwirtschaft entwickelte sich schnell und infolge des enormen Bedarfs an Arbeitern wurden afrikanische Sklaven ins Land geholt. Jamaika wurde zu einem weltweit bedeutenden Zentrum für Sklavenhandel. 1692 zerstörte ein Erdbeben Port Royal, den wichtigsten Sklavenmarkt Jamaikas. Nicht weit davon gründeten die Briten wenig später Kingston. Das Parlament schaffte am 1.August 1838 per Gesetz   die Slaverei ab. Eine große Zahl befreiter Sklaven verließ die Plantagen und nahm das unbesiedelte Land im Innern der Insel in Besitz; die Wirtschaft wurde dadurch schwer erschüttert. Der Mangel an Arbeitskräften und bankrotte Plantagen hatten eine langanhaltende Wirtschaftskrise zur Folge. Hohe Steuern, Diskriminierungen seitens der Gerichte und Ausgrenzungsmaßnahmen führten zu einer weit verbreiteten Unzufriedenheit unter der schwarzen Bevölkerung. Im Oktober 1865 kam es bei Port Morant zu einer Rebellion. Die Regierung antwortete mit brutalen Repressalien. Jamaika wurde zur Kronkolonie erklärt und verlor damit das Selbstverwaltungsrecht. 1884 wurde eine parlamentarische Regierung teilweise wiederhergestellt.
Jamaika gehörte zu den britischen Kolonien, die sich am 3.Januar 1958 zur Westindischen Föderation zusammenschlossen. Uneinigkeiten über die Rolle Jamaikas innerhalb des Staatenbündnisses führten zum Auseinanderbrechen der Föderation. Am 6. August 1962 errang Jamaika die Unabhängigkeit. Die JLP gewann die Wahlen vom April 1962. Ihr Führer, Sir Alexander Bustamante, wurde Premierminister. 1967 trat er zurück. Hugh Lawson Shearer wurde sein Nachfolger. 1968 war Jamaika Gründungsmitglied der Caribbean Free Trade Area (CARIFTA, Karibische Freihandelszone). Nach den Wahlen 1972 kam die PNP mit Michael N. Manley an die Macht. Seine linksgerichtete Politik und die offene Freundschaft zu dem kubanischen Regierungschef Fidel Castro spalteten jedoch die Bevölkerung; 1980 wurde er abgewählt. Edward Seaga von der JLP, zuvor Finanzminister, bildete danach eine Regierung. Er löste die Beziehungen zu Kuba und knüpfte enge Bindungen zu den USA. Er versuchte ausländisches Kapital ins Land zu holen. Die schwachen Preise für Jamaikas Erzexporte behinderten die wirtschaftliche Erholung. Im September 1988 verursachte der Hurrikan Gilbert einen auf acht Milliarden US-Dollar geschätzten Schaden; etwa 500 000 Jamaikaner wurden obdachlos. Die PNP gewann 1989 eine große Mehrheit imParlament; Manley kehrte an die Macht zurück. Vor seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen im März 1992 führte er eine Politik der freien Marktwirtschaft ein. Percival J. Patterson, sein Nachfolger als Premierminister und Anführer der PNP, gewann ein Jahr später die Wiederwahl.
Dunn's River Falls
 
Der Dunn’s River fließt auf einer Strecke von ca. 185 Meter in Kaskaden über Kalksteintreppen  in rasanter Geschwindigkeit in seine Mündung, unmittelbar am gelben Sandstrand von Ocho Rios.
Die große Touristenattraktion besteht nun darin, von der Mündung am Meer aus, gegen die Strömung über die Felsen zu klettern, bis man schließlich völlig durchnässt das Ziel erreicht. 
 
 
 
 
Jamaika Klima-Übersicht

Klimaübersicht Jan Feb Mär Apr Mai Juni Juli Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur am Tag 31 32 31 29 29 31 31 32 31 29 29 31
Temperatur in der Nacht 24 24 23 22 22 23 24 24 23 22 22 23
Sonnenstunden pro Tag 9 9 8 7 8 8 9 9 8 7 8 8
Regentage pro Monat 3 6 6 1 5 6 3 6 6 1 5 6
Temperatur des Wassers 28 28 28 27 25 27 28 28 28 27 25 27
 
 
 
 
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